03.03.2026, Polizeipräsidium München

Sich sicher zu fühlen ist ein wichtiger Teil von Lebensqualität. Gerade im öffentlichen Raum und im Nahverkehr trägt dieses Gefühl dazu bei, Wege selbstbewusst zu nutzen und mobil zu bleiben. Dabei geht es nicht nur um messbare Sicherheit oder Kriminalitätszahlen, sondern vor allem auch um die persönliche Wahrnehmung von Sicherheit – diese entsteht aus Erfahrungen, Orientierung und dem Wissen, wie man in unterschiedlichen Situationen gut handeln kann.

Auch wenn viele Orte objektiv sicher sind, kann Unsicherheit entstehen. Umso wichtiger ist es, Menschen darin zu stärken, situationsbewusst, vorbereitet, informiert und somit handlungssicher zu sein. Wer weiß, worauf zu achten ist und welche Möglichkeiten es gibt, fühlt sich sicherer und kann den öffentlichen Raum mit mehr Gelassenheit nutzen.

Hier möchten wir mit der Informationskampagne „sicher unterwegs“ ansetzen, eine Initiative des Polizeipräsidiums München mit der Münchner Verkehrsgesellschaft, der Deutschen Bahn und der Bundespolizei. Mit klaren, alltagsnahen Verhaltensbotschaften und praktischen Tipps unterstützen wir Sie dabei, Ihre eigene Sicherheit aktiv mitzugestalten. Unser Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen, Handlungssicherheit zu vermitteln und ein positives Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum zu fördern.

Die im Folgenden für Sie zusammengestellten Verhaltensempfehlungen sind so angelegt, dass sie auch über die Stadtgrenzen Münchens hinaus Wirkung entfalten und auf jeden öffentlichen Raum in ganz Bayern übertragbar sind.


Kampagne „Sicher unterwegs“

Eine Initiative des Polizeipräsidiums München mit der Münchner Verkehrsgesellschaft, der Deutschen Bahn und der Bundespolizei.

Im Rahmen dieser Kampagne werden bestehende Sicherheitsangebote von MVG und DB sowie neue Sicherheitshinweise kommuniziert, die zu mehr Handlungssicherheit im Alltag beitragen wodurch das subjektive Sicherheitsgefühl, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr, gestärkt wird. Die Inhalte werden digital über Fahrgastfernsehen, Bildschirme an den Gleisen, in den Zwischengeschossen und soziale Medien verbreitet. Im Laufe der Zeit werden die bestehenden Hinweise durch weitere Inhalte z.B. zum Thema Zivilcourage ergänzt und durch geeignete Aktionen/Veranstaltungen flankiert.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der MVG, der DB und der Bundespolizei und im Folgenden.

 


Verhaltensempfehlungen der Polizei

INFORMIERT SEIN

  • Informieren Sie sich im Vorfeld über bestehende Sicherheitseinrichtungen im ÖPNV
    Durch betätigen der Sprechstellen an den Türen der Bahnen nehmen Sie sofort Kontakt zum Fahrer oder der Fahrerin auf, die im Notfall umgehend Hilfe holen können.

Die Rufsäulen an den Bahnsteigen der U-Bahn verfügen neben der Informationsfunktion auch über eine Notruffunktion. Bei Betätigung des Notrufs werden Sie mit der Leitstelle verbunden. Diese hat Sie über die Kamera in der Notrufsäule im Blick und kann sofort Hilfe anfordern.

  • Der öffentliche Raum ist für alle da! Nutzen Sie ihn selbstbestimmt.
  • Selbstbewusstes Auftreten und eine aufrechte Körperhaltung vermitteln Stärke.
  • Eignen Sie sich Handlungskompetenzen an, indem Sie z.B. einen Selbstsicherheits- und Zivilcourage-Kurs der Polizei besuchen. (Infos zum Polizeikurs siehe unten)
  • Laden Sie Ihr Handy auf und haben es griffbereit bei sich.
  • Informieren Sie sich über Ihre Wegstrecke.
  • Suchen Sie sich im Vorfeld Rettungsinseln. Nutzen Sie dabei das Prinzip „Licht, Lärm, Leute“. Das kann z.B. die Tankstelle, die Gaststätte oder der Kiosk auf dem Nachhauseweg sein sowie belebte Orte die auch im Notfall ein Zufluchtsort sein können.
  • Planen Sie Ihre Verkehrsmittel mit bestmöglichen Abfahrtszeiten und Anschlussverbindungen.

 

SICHER HANDELN

Es gibt Situationen, in denen die eigene Unsicherheit mehr ist als ein Gefühl. Wenn Sie belästigt, bedrängt oder verfolgt werden:

  • holen Sie Hilfe,
  • nutzen Sie Notrufeinrichtungen der MVG
  • und trauen Sie sich die 110 zu wählen!
    • Bleiben Sie am Telefon und befolgen Sie die Anweisungen der Polizei!
    • Bleiben Sie möglichst ruhig!
    • Die Beamtinnen und Beamten sind geschult und erfragen das, was sie von Ihnen wissen müssen.

Außerdem empfehlen wir folgende Tipps:

  • Gefahrensituationen frühzeitig erkennen, bleiben Sie aufmerksam und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.
  • Verlassen Sie die Gefahrensituation nach Möglichkeit und suchen Sie Ihre Rettungsinseln auf (Licht, Lärm, Leute).
  • Täter immer siezen, nicht anfassen, nicht provozieren. Versuchen Sie Abstand zu halten.
  • Stellen Sie Öffentlichkeit her, indem Sie andere Fahrgäste auf sich und Ihre Situation aufmerksam machen und sagen Sie z.B. laut „Lassen SIE mich in Ruhe“.
  • Keine falsche Scham! Werden Sie richtig laut, schreien Sie, nutzen Sie Hilfsmittel wie einen Schrill-Alarm oder eine Trillerpfeife, um Passanten auf Sie aufmerksam zu machen und den Täter zu überraschen.
  • Sprechen Sie Mitreisende/Hilfspersonen direkt an und erteilen Sie einen konkreten Auftrag z.B. „Sie mit der roten Jacke, ich brauch Hilfe, rufen Sie die 110“.
    (Fest steht: Je mehr Menschen anwesend sind, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand hilft. Jeder verlässt sich auf den anderen und fühlt sich nicht verantwortlich.)
  • Sprechen Sie das geschulte Fahr-, Aufsichts- und Sicherheitspersonal an.

 

ZIVILCOURAGE ZEIGEN

  • Schauen Sie bei auffälligen Situationen nicht weg - bleiben Sie aufmerksam
  • Helfen Sie anderen, aber bringen Sie sich selbst nicht in Gefahr!
  • Rufen Sie die Polizei unter 110!
    Bleiben Sie am Telefon und befolgen Sie die Anweisungen der Polizei
  • Nutzen Sie Notruf-/Nothilfeeinrichtungen/Sprechstellen des ÖPNV
  • Bitten Sie andere mit direkter Ansprache um Mithilfe, stellen Sie eine Überzahl her.
  • Sprechen Sie das Opfer an, bieten Sie Ihre Hilfe an und holen Sie ggf. das Opfer aus der Situation heraus - je früher desto besser.
  • Täter siezen, nicht beleidigen, nicht provozieren, Abstand halten.
  • Prägen Sie sich Tätermerkmale ein und stehen Sie als Zeuge zur Verfügung.

 

WIR SIND FÜR SIE DA

Ihre Präventionsdienststelle des Polizeipräsidiums München - wir beraten und unterstützen


Bayerische Beratungsstellen

Für eine grundsätzliche Beratung zu allen Fragen der Prävention, seien es Empfehlungen für das Verhalten in gewissen Situationen oder aber die sog. technische Prävention, also zum Beispiel der bauliche Schutz Ihrer Wohnung, steht Ihnen die unten genannte Beratungsstelle der Kriminalpolizei zur Verfügung.

Ihr Polizeipräsidium:

 

Sicherheitstraining für Zivilcourage und Selbstsicherheit

„POLIZEI- Kurs“:

Hier wird Ihnen vermittelt, wie Sie rechtzeitig Gefahren erkennen können, wie Sie sich in einer beunruhigenden Situation verhalten sollten, wo Risikobereiche sein könnten und wie Sie diese erkennen können. Sie lernen, wie Sie sich ohne körperliche Überlegenheit sinnvoll verteidigen können und was ein sinnvolles und sicheres Helferverhalten ist.

Nähere Informationen und Anmeldungsoptionen zu den nächsten Kursen in Ihrer Nähe finden Sie bei Ihrer zuständigen Polizeiinspektion. Der etwa 4- Stündige Kurs ist kostenlos.

 

Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes:

Sicher fühlen im öffentlichen Raum:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/sicher-fuehlen-im-oeffentlichen-raum/ 

Stark unterwegs:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/sicher-fuehlen-im-oeffentlichen-raum/stark-unterwegs/ 

Wenn Sie Opfer einer Straftat werden:
https://www.polizei-beratung.de/infos-fuer-betroffene/ 

Aktion-tu-was: Einfache Regeln für mehr Zivilcourage:
https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/zivilcourage/ 

 

Externe Beratungsstellen:

Strong! e.V. - LGBTIQ* Fachstelle gegen Diskriminierung und Gewalt – Beratung für alle die Gewalt oder Diskriminierung erlebt haben, 0800 00 112 03
https://www.strong-community.de/ 

WEISSER RING e.V. - allgemeine Beratung für Opfer von Kriminalität und Gewalt – Opfertelefon unter 116 006
https://weisser-ring.de/